Veröffentlichungen

Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“

Neues Buch am 30. November: Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter zur deutschen «Beschneidungsdebatte»

Aktualisiert am 25. November 2012

Buchvorstellung in Berlin: Sonntag, d. 2. Dezember 2012, 15-17 Uhr in den schönen Räumen von Allmende – Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur, Berlin-Kreuzberg, Kottbusser Damm 25/26 (Nähe U-Bahnhof Hermannplatz).
Die drei Autoren werden anwesend sein.
Moderation: Yasemin Shooman.
Weiterer Termin in Leipzig: Montag, d. 4. Februar 2013, linXXnet (nähere Infos folgen).

Kann ab sofort im Buchhandel vorbestellt werden:
Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß, Salih Alexander Wolter:
Interventionen gegen die deutsche «Beschneidungsdebatte»,
Edition Assemblage, farbig, Broschur, TB, 110×180 mm, 96 Seiten, 9.80 €,
erscheint am 30.11.2012. ISBN 978-3-942885-42-3|WG 973.

Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die »jüdische Karte«

Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die »jüdische Karte«

(Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter)

Die Party und der Holocaust

Wie in der gesamten westlichen Welt wird auch in Berlin in jedem Juni Gay Pride zelebriert. Der »offizielle« Christopher Street Day (CSD) ist das Großereignis der schwul-lesbischen Community in der deutschen Hauptstadt, an dem neben landes- und bundespolitischer Prominenz neuerdings sogar die Botschafter der USA und Großbritanniens teilnehmen. Als die Parade 2012 auf ihrem Weg zum Brandenburger Tor am Denkmal für die ermordeten Jüd_innen Europas vorbeizog, stellten die Discotrucks aus Respekt vor den Opfern des deutschen Genozids an den europäischen Jüd_innen kurzzeitig die Musik ab. Obwohl »die Stimmung während Umzug und Abschlusskundgebung toll« gewesen sei, verzeichnete später auch das queere Stadtmagazin Siegessäule an diesem Punkt »vereinzelte Kritik« und zitierte stellvertretend aus der Menge der »rund 700.000 Teilnehmenden« eine Konstanze, die fand: »Die Stille macht zwar Sinn, hat aber ein bisschen die Party gekillt« (Sauer 2012). Anders hatte es wenige Stunden nach der Veranstaltung jemand unter dem Nick Eigentlich 22 auf der Website der taz festgehalten: »Da ging das Gegröle los: ›Scheiß Juden! Juda verrecke! Waren doch nur drei Millionen!‹ (Es waren mehr, aber so wurde es gerufen.)« WEITERLESEN und in Duygu Gürsel, Zülfukar Çetin, Allmende e.V.:
Wer macht Demo_kratie. Kritische Migrationsforschung.
ISBN 978-3-942885-34-8
Edition Assemblage
Frühjahr 2013

Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“

Beschneidung

Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß, Salih Alexander Wolter
Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“
farbig, Broschur, TB, 110×180 mm
96 Seiten, 9,80 Euro
ISBN 978-3-942885-42-3 | WG 973
erscheint am 27.11.2012

Kaum eine Debatte der letzten Jahre wurde in der Intensität geführt, wie die zur Vorhautbeschneidung (Zirkumzision). Interessant ist schon der Debattenverlauf, der nicht mit der Urteilsverkündung des Kölner Landgerichts Anfang Mai 2012 einsetzte, sondern erst sechs Wochen später. Dafür gibt es Gründe. Auffallend war die weitgehende Zurückhaltung von Parlamentarier_innen und der medizinischen Fachgesellschaften – im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Akteur_innen, die eine vehemente Position gegen die Zirkumzision einnahmen. Dieser Band interveniert hier fundiert: Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter beleuchten den Diskursverlauf und erarbeiten im Anschluss an die »Dialektik der Aufklärung« und Michel Foucaults Gouvernementalitätsstudien, wie selbst die geäußerten »atheistischen« Positionen von einem protestantisch-christlichen Religionsverständnis, von Herrschaft sowie rassistischen – antisemitischen und antimuslimischen – Einstellungen durchwoben sind. Heinz-Jürgen Voß untersucht die medizinischen Studien zur Auswirkung der Vorhautbeschneidung und stellt die Ergebnisse klar vor.

Homophobie und Islamophobie

»Dort bin ich schwul, hier bin ich Ausländer …«

Dieser profunde Beitrag zur Erforschung der Mehrfachdiskriminierung in den städtischen liberalen Milieus der Mehrheitsgesellschaft untersucht binationale schwule Paare in Berlin, die zugleich mit Homophobie und Islamophobie konfrontiert sind.

Zülfukar Çetin zeichnet die Geschichte und historische Entwicklung der Diskriminierung plausibel nach und zeigt, dass die Homophobie aus den Prämissen der Heteronormativität und den daraus folgenden Normalisierungsprozessen resultiert.

Die Studie macht deutlich, dass die untersuchten Diskriminierungsbegriffe eng mit der Macht des Diskurses verbunden sind.

Eine Leseprobe kann hier heruntergeladen werden

Pop Kultur Diskurs: Zum Verhältnis von Gesellschaft, Kulturindustrie und Wissenschaft

Pop kultur diskurs

Während im angloamerikanischen Raum die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit popkulturellen Phänomenen eine Selbstverständlichkeit besitzt, ist die deutsche Forschung davon noch weit entfernt. Dadurch sind in Deutschland nach wie vor große Forschungslücken zu schließen, wozu der Reader einen Beitrag leisten will.
Das Buch stellt erstmals migrantische Perspektiven auf Popkultur in den Mittelpunkt und fragt unter anderem danach, welche Rolle popkulturelle Produkte ihrer „Heimat“ für die Ausbildung der Identität junger MigrantInnen spielen. Dieses problematische Spannungsverhältnis von Geschichte, Identität und Nation wird in vielen der Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven reflektiert.
Daneben stellt der Reader die Frage, welche Rolle Popkultur in so unterschiedlichen Bereichen wie der Stadtentwicklungspolitik, den Queer Studies, dem Sport oder der Pädagogik spielt, und zeigt so die heterogene Bedeutung von Popkultur im wissenschaftlichen Diskurs. Und schließlich versucht das Buch eine Antwort auf die Frage zu geben, ob es einen Weg ins politische Feld über die musikalische Sozialisation geben kann.

Mit Beiträgen von u.a. Roger Behrens, Martin Büsser, Sonja Witte, Udo Göttlich, Holger Adam, Mustafa Doymus, Jonas Engelmann, Jennifer Stange, Astrid Henning, Yasar Aydin, Zülfukar Çetin, Arne Schröder, Jan Haut und Michael Sonnicksen.

Inhaltsverzeichnis kann hier heruntergeladen werden