Männlichkeitsforschung und Intersektionalität

von Michael Tunç

Die Männlichkeitsforschung im deutschsprachigen Raum hat sich inzwischen als eigenständiger Bereich der Geschlechterforschung bzw. der Gender Studies etabliert und breit ausdifferenziert, befindet sich aber hinsichtlich ihrer intersektionalen Profilierung noch am Anfang der Entwicklung. Das Forschungsfeld Männlichkeitsforschung kam später auf als beispielsweise in den USA, wo sich die Men’s Studies schon in den 1980’er Jahren herausbildeten. Als Ursprünge deutschsprachiger Männlichkeitsforschung lassen sich die Frauenbewegung und feministische Kritiken an Männern nennen, die Schwulen- und Queerbewegung sowie die Männergruppen-Szene. (…)

… In einer anderen wichtigen interdependenten Männlichkeitskonfigurationen verbinden sich migrantische und queere Positionierungen: Anhand seiner qualitativen Studie mit schwulen Flüchtlingen aus dem Iran konnte Marc Thielen (2009) u.a. zeigen, dass gute ökonomische Ressourcen Marginalisierungserfahrungen aufgrund der sexuellen Identität und ethnischen Minderheitenzugehörigkeit zumindest kompensieren können. Zülfukar Çetin untersuchte binationale schwule Paare in Berlin und fand in den qualitativen Interviews Erfahrungen von Mehrfachdiskriminierungen, bei denen oft ökonomische und rassistische Ausgrenzungen zusammenwirkten (Çetin 2012). WEITERLESEN

Homophobie und Islamophobie
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