Archiv für Juli 2012

Festival gegen Rassismus

Aufruf zur Beteiligung am Festival gegen Rassismus
17.-19. August 2012, Blücherplatz, Berlin-Kreuzberg

Das Bündnis »Festival gegen Rassismus« besteht aus Gruppen und Einzelpersonen, die eine bundesweite Gegenöffentlichkeit zu rassistischer Diskriminierung und Ausgrenzung herstellen möchten und sich für eine gerechte Gesellschaft einsetzen.

Selbst nach der Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gab es keine öffentliche Diskussion über Rassismus in der Gesellschaft. Zudem nimmt soziale Ungleichheit in der Krise weltweit zu. Sie verschärft und verändert die verschiedenen Formen von Rassismus in Deutschland. Tagtäglich kämpfen Menschen mit Rassismus – in (staatlichen) Institutionen, in den Medien, in der Wissenschaft, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, im Bildungssystem sowie im Kunst- und Kulturbereich.

Deswegen ist das „Festival gegen Rassismus“ als bundesweite Plattform gedacht, um Rassismus sichtbar zu machen und zu diskutieren, was wir dagegen tun können. Alle sind eingeladen, diesen Raum zusammen kultur-politisch zu gestalten: wir wollen uns treffen, informieren, diskutieren, stärken, musizieren, Spaß haben und vieles mehr – mit alt und jung. Jede_r Interessierte ist eingeladen, sich direkt und aktiv einzubringen und sich mit Vorstellungen einer gerechten Gesellschaft auseinander zu setzen.

(…)

Bisherige Unterstützer_innen des Festivals: Allmende e.V. – Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur • Gays & Lesbians aus der Türkei/ Türkiyeli Escinseller Dernegi (GLADT e.V.) • Kurdistan Kultur- und Hilfsverein (KKH e.V.) • Migrationsrat Berlin Brandenburg (MRBB) • Dersim Gemeinde * Reclaim Society • ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus • Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) • Afrique-europe interact • Amaro Foro • Movement in Motion • Flüchtlingsinitiative Berlin Brandenburg (FIBB e.V.) • Initiative Grenzen-Los! • Street Roots • Der kurdische Elternverein (YEKMAL) • Gruppe Soziale Kämpfe (GSK) • Antirassistische Initiative (ARI) • Autonome Antifa Neukölln (AAN) • Berliner VVN-BdA e.V. • VIA-Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V. • Bündnis gegen Rassismus • Bündnis „Zusammen handeln“ gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung!“ • Bündnis gegen Lager • Bündnis gegen das Schweigen

Kontakt-Adresse: festivalgegenrassismus@riseup.net


WEITERLESEN

Männlichkeitsforschung und Intersektionalität

von Michael Tunç

Die Männlichkeitsforschung im deutschsprachigen Raum hat sich inzwischen als eigenständiger Bereich der Geschlechterforschung bzw. der Gender Studies etabliert und breit ausdifferenziert, befindet sich aber hinsichtlich ihrer intersektionalen Profilierung noch am Anfang der Entwicklung. Das Forschungsfeld Männlichkeitsforschung kam später auf als beispielsweise in den USA, wo sich die Men’s Studies schon in den 1980’er Jahren herausbildeten. Als Ursprünge deutschsprachiger Männlichkeitsforschung lassen sich die Frauenbewegung und feministische Kritiken an Männern nennen, die Schwulen- und Queerbewegung sowie die Männergruppen-Szene. (…)

… In einer anderen wichtigen interdependenten Männlichkeitskonfigurationen verbinden sich migrantische und queere Positionierungen: Anhand seiner qualitativen Studie mit schwulen Flüchtlingen aus dem Iran konnte Marc Thielen (2009) u.a. zeigen, dass gute ökonomische Ressourcen Marginalisierungserfahrungen aufgrund der sexuellen Identität und ethnischen Minderheitenzugehörigkeit zumindest kompensieren können. Zülfukar Çetin untersuchte binationale schwule Paare in Berlin und fand in den qualitativen Interviews Erfahrungen von Mehrfachdiskriminierungen, bei denen oft ökonomische und rassistische Ausgrenzungen zusammenwirkten (Çetin 2012). WEITERLESEN

Das Ende der Strafbarkeit von Homosexualität – 18 Jahre Abschaffung § 175

von Heinz-Jürgen Voß

Fast geräuschlos ist ein für Schwule so wichtiges Datum vorbeigegangen. Am 11. Juni 1994 wurde der § 175 abgeschafft – das Ende des Paragraphen ist damit quasi volljährig geworden, wie das „Rosa Archiv“ aus Leipzig so schön ausdrückte. Diese Gelegenheit soll hier als Ausgangspunkt dienen, sich einmal der Strafbarkeit von gleichgeschlechtlichem Sex und schließlich dem § 175 grundlegend zuzuwenden. 1994 fiel immerhin nur noch die letzte Ungleichbehandlung weg – die noch festgeschriebenen unterschiedlichen Schutzaltergrenzen, die für heterosexuelle und homosexuelle sexuelle Akte standen. Diese letzte Stufe der Abschaffung wurde in Angleichung an DDR-Recht geschafft. Ja genau – in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung galten bezüglich schwulem Sex noch unterschiedliche Regelungen. Weiterlesen

Salih Alexander Wolter

Heute möchte ich auf zwei Rezensionen der Studie hinweisen. Vina Yun schreibt im Juli/August-Heft der Zeitschrift an.schläge: «Zum Thema Mehrfachdiskriminierung liegen bis heute vergleichsweise nur wenige wissenschaftliche Forschungen und theoretische Auseinandersetzungen vor – umso relevanter ist hier Çetins Beitrag.» Und das Lob von Heinz-Jürgen Voß in der aktuellen Ausgabe von kritisch lesen (Direktlink) fällt ebenso uneingeschränkt aus, wie es nachvollziehbar und ausführlich begründet ist. Weiterlesen

RLS- Bildungsprogramm Juni 12

In seiner Studie «Homophobie und Islamophobie. Intersektionale
Diskriminierungen am Beispiel binationaler
schwuler Pare in Berlin» zeichnet der Soziologe Zülfukar
Çetin die Entwicklungsgeschichte der Diskriminierung
plausibel nach… siehe hier